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Preussag neutral 05.12.2001
Stadtsparkasse Köln
Für das Researchteam von der Stadtsparkasse Köln ist die Aktie der Preussag AG (WKN 695200) lediglich eine "Halteposition".
Der Konzern habe sich in den letzten Jahren von einem grundstofforientierten Konzern zum führenden europäischen Dienstleistungskonzern gewandelt und gliedere sich heute in die Sparten Touristik, Logistik und Energie, wobei die Touristiksparte mit circa 66% den höchsten Umsatzanteil ausmache. Zur Touristiksparte würden neben Europas größtem Veranstalter TUI und der britischen Thomson Travel mit jeweils mehreren Marken in Großbritannien und Skandinavien die Fluggesellschaften Hapag-Lloyd und Britannia, die größte deutsche Reisebürokette First sowie Minderheitsbeteiligungen am französischen Reisekonzern Nouvelles Frontieres und die italienische Alpitour gehören.
Preussag habe die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftjahres bekannt gegeben: Umsatz 18,3 Millionen Euro, EBITDA 832 Millionen Euro, EBT 620 Millionen Euro und Überschuss 395 Millionen Euro. Der Touristikbereich habe mit einer Steigerung um 28,5% auf 604 Millionen Euro einen überdurchschnittlichen Ergebnisbeitrag geleistet. Die Sparte Logistik habe ein Plus von 35% auf 251 Millionen Euro verzeichnet, während sich der Industriebereich mit minus 41% auf 226 Millionen enttäuschend entwickelt habe.
Das dritte Quartal habe sich aus Sicht von Preussag erfolgreich entwickelt, die US-Terroranschläge hätten sich nur geringfügig auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt, da lediglich 3% des Touristik-Umsatzes auf Nordamerika entfallen seien. Außerdem sei Preussag auf Kurz- und Mittelstrecke spezialisiert und verfüge in den USA nicht über eigene Hotelbetten. Die Touristiksparte habe einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und einen Profit vor Steuern und Firmenwertabschreibungen von 528 Millionen Euro erzielt.
Trotz der noch herrschenden wirtschaftlichen Unsicherheit erwarte Preussag für 2001 ein deutlich über dem Vorjahr liegendes Ergebnis. Allerdings habe die Konzernleitung bereits angekündigt, dass Preussag das selbst gesteckte Ziel von +20% in diesem Jahr wahrscheinlich nicht erreichen werde. Die Nachfrage für Reisetermine bis Ende des Jahres sei zwar angezogen, doch für das neue Jahr sei eine deutliche Zurückhaltung bei Reisebuchungen zu spüren. Zudem herrsche eine Tendenz zum kurzfristigen Buchen.
Entscheidend für die Gesamtjahresentwicklung 2002 werde die Sommersaison sein, weshalb Prognosen derzeit noch schwierig seien. Preussag bereite sich im Zuge eines Sparprogramms im Umfang von 40 Millionen Euro auf mögliche Einbußen im Touristikgeschäft im kommenden Jahr vor. Für die laufende Wintersaison seien bereits Hotel- und Flugkapazitäten im Touristikbereich gekürzt worden. Im nächsten Jahr sei außerdem ein Personalabbau wahrscheinlich. Im Geschäftsreisebereich der Tochter TQ3 würden derzeit bereits weltweit circa 400 Stellen gestrichen.
Im Zuge der Konzentration auf die Sparten Touristik, Logistik und Energie setze Preussag konsequent sein Desinvestitionsprogramm bei den Industrieaktivitäten fort. Im Neun-Monats-Zeitraum seien dem Konzern rund 176 Millionen Euro aus Unternehmensverkäufen zugeflossen, die man in erster Linie zum Schuldenabbau genutzt habe.
Preussag plane, seine weltweit führende Marktposition in der Touristikbranche weiter auszubauen. So seien bereits Beteiligungen an ausländischen Flug- und Hotelbetriebgesellschaften erworben worden. Für 2002 sei der Ausbau der 13%-Beteiligung an Nouvelles Frontieres auf über 50% geplant. Der Umsatzanteil der Touristiksparte am Konzernumsatz solle im kommenden Jahr auf mindestens 80% gesteigert werden. Die Touristikaktivitäten der Preussag würden zukünftig unter der Dachmarke "World of TUI" zusammengefasst. In einem zweiten Schritt sei auch die Umbenennung des Gesamtkonzerns geplant.
Die Gesellschaft wolle künftig seine sieben Fluggesellschaften zentral führen und damit erhebliche Kosten sparen. Das jährliche Einsparpotenzial betrage circa 25 Millionen Euro und solle bis spätestens 2003 erreicht werden.
Die weitere Geschäftsentwicklung des Konzerns bleibe unsicher, zumal die Folgen des US-Terroranschlages erst im vierten Quartal sichtbar würden. Eine deutliche Verbesserung der Buchungssituation sei ebenfalls nicht erkennbar. Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln erwartet weiterhin eine lediglich marktkonforme Entwicklung der Preussag-Aktie.
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